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Alt 21.02.2009   #1
Kernaja
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Kernaja befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Umfilzen einer dreidimensionalen geometrischen Form

Hallo zusammen,

meine Freundin und ich sind gerade dabei verschiedene geometrische Formen (z.B. Würfel, Oktaeder, Tetraeder, ...) zu umfilzen (oder besser gesagt: versuchen es ). Die Objekte sind vom Durchmesser her etwas kleiner als ein Volleyball. Zentral dabei ist: Ecken und Kanten der Originalform sollen nach dem Filzen noch möglichst deutlich sichtbar sein. Die genauen Formen findet ihr beispielsweise hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Platonischer_Körper

Unser derzeitiges Vorgehen: wir haben uns Formen aus Pappkarton gebaut. Diese sind nochmals mit wasserundurchlässiger Folie und Klebeband umwickelt, damit sie beim Filzvorgang (wir Filzen mit warmen Laugenwasser) nicht durchnässt werden. Wir gehen nun Flächenweise vor, belegen also zunächst eine Fläche mit 3-4 Schichten Wolle, benässen diese mit etwas warmen Laugenwasser und verfilzen den mittleren Bereich der Fläche. Zu den Kanten hin lassen wir die Wolle unverfilzt/trocken, damit wir dort die nächste Fläche anfilzen können.
Soweit so gut, aber leider ergibt sich dabei gegen Ende ein Problem. Die Objekte sollen vollständig umfilzt werden. Zum Schluß haben wir meist das Problem, dass sich die Wolle auf dem letzten Flächenstück schon durch herabrinnendes Wasser von alleine so verfilzt hat, dass sich das Loch kaum noch zufilzen lässt.

Unsere Frage wäre nun, ob wir generell etwas falsch machen bzw. ob jemand einen Vorschlag hat, wie man sich dabei geschickter anstellen kann. Wir sind gerade ziemlich am Verzweifeln, von 5 Versuchen gingen die letzten 3 (mit den größeren Formen) schief .

Viele Grüße,
ciao Peter

P.S.: Falls es jemanden interessiert: das ganze ist Teil einer fachpraktischen Prüfung in Textilgestaltung.
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Alt 22.02.2009   #2
andora
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andora weis um manches Bescheidandora weis um manches Bescheid
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Hallo zusammen,

lasst euch nicht vom Filz ärgern!

Ihr könntet einfach die vorgefertigte Form locker mit Vlies bedecken und einfach alles gemeinsam anfilzen.

Wegen der Gefahr,dass beim Schrumpfvorgang der Filz lauf der starren Form löchrig werden/aufreißen könnte, würde ich einen Hohlfilz in der ungefähren Grundform anfertigen, ihn um die fertige Form legen und solange kleinerfilzen, bis er passt.
(vielleigt eine Schaumstoffform ev mit Styroporkern?)

Um die Kanten herauszuarbeiten könnt ihr Wäscheklammern etc. verwenden.
Wenn mit Schaumstoff oder Wollfüllung gearbeitet wird,.
könnte man die Kanten auch bügeln.

Ich hoffe ich konnte helfen .

lg andora
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Alt 23.02.2009   #3
Triluna
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Hallo Kernaja,

man kann am umfilzen durchaus verzweifeln, grundsätzlich mach Ihr es denk ich gar nicht so falsch.

erst mal solltet Ihr eine Wolle nehmen, die sehr leicht filzt. Ich würde Euch die extrafeine vom Vlies von Filzrausch empfehlen, die läßt sich auch noch anfilzen, wenn's schon nass geworden ist.

Außerdem würde ich versuchen die ganze Form mit einer dünnen schicht Vlies zu umwickeln, nass machen, dabei scheint die Wolle erst mal auseinander zu gehen und hängt um das Objekt wie ein nasser Sack, das muss dann so ungefähr in Form gebracht werden, und dann wird schicht für schicht Wolle darüber "geklebt" mit viel Seife. Wenn überall genug Wolle klebt, die Form sichtbar ist und die Falten sich unter einer weiteren Schicht Wolle verseckt haben wird gefilz. Jetzt zuerst mit geringem Druck anfilzen und dann immer fester reiben, bis alles ordentlich verfilzt ist.

Vorsicht, die Ecken werden sich herausarbeiten, wenn vorher nicht genug Wolle drauf liegt und ab und zu in die andere Richtung gerieben wird, also nicht nur von Außen nach innen sondern auch von innen nach Außen.

Ihr könntet auch bei Eurer Technik bleiben und die letzte Seite auf die nasse Wolle auflegen, mit einem Faden (annähen) fixieren, das ganze fertigfilzen, in der Hoffnung, dass die letzte Seite dank der Naht mitfilzt und am Schluss die Fäden entfernen.
(das muss schon sein, sonst ist es genäht und nicht gefilzt)

Sollte der Kern eine Verwendung einer Filznadel zulassen, dann könnt Ihr auch die letzte Seite mit einer Filznadel fixieren, also annadeln und dann weiter nass filzen.

Berichtet uns doch wie's Euch ergangen ist,

viele Grüße
Margit
Triluna ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2009   #4
lunicat
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Standard lies mir keine Ruhe....

...das Thema!
Hallo Peter, heute war ich mit dem Hund im Wald und deine Anfrage geisterte mir durch den Kopf.
Es sind ja schon einige Anregungen gekommen und meine passt auch noch dahin.
Ich würd es folgendermaßen versuchen.
Ich gehe mal von aus das es auch ziemlich exakt aussehen muß hinterher.
Ich hab auf deinem verlinkten Hinweis gesehen das es ja auch Schnittmuster gibt für diese Körper. Du kriegst bei uns im Fachhandel (Wollfabrik in Mönchengladbach) Filzdecken ich hab sie noch nicht getestet aber sie sind etwa so wie ein Vorfilz vorgearbeitet.
ca 0,5mm dick.
Ich stell mir vor daraus diesen Schnittmuster auszuschneiden etwas größer aber nicht eindrittel größer eher nur einzehntel dann schrumpft es wunderbar exakt auf die Form und die Kanten kommen schön raus, weil mehr zu aufwendig wäre und du ja nicht so gut walken kannst auf dem Pappmodell.
Dann nähst du diesen Vorfilzkörper , wichtig mit sehr dünnen Filzfaden(aus einen Strang rausgezogen) gleicher Farbe, wichtig auch mit verstecktem Stich(kann ich hier nicht beschreiben) aber Mütter kennen diese Sticharten noch.
über die Pappform . Dann kannst du recht gut filzen und es kann nirgendwo ein Loch entstehen. Etwas drauf achten dass du Kanten übereinanderhälst damit es richtig sitzt.
Theoretisch müßt es so klappen :-) praktisch ...keine Ahnung!
Das müßtest du uns erzählen.

Viel Erfolg wünscht Uta
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Alt 24.02.2009   #5
Frieder
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Hallo Peter,
das hört sich ja fast nach einer Tüftellaufgabe aus Schnneeberg oder Burg Giebichenstein an.
An was für einer Schule/Uni lernt Ihr denn ?

Mein Tipp ist folgender:
Material: Karakulwolle, schwarzbraungrau im Vlies von Filzrausch.
Die Wolle filzt schon vom Anschauen. Sie ist weltweit die schnellst filzende Wolle die ich kenne. Sie läßt sich teilweise wie Ton bearbeiten.
Zuerst würde ich alles in trockenem Zustand einpacken und die Körper mit einem Garn aus Wolle, Baumwolle oder Synthetik stramm umwickeln. Jetzt hat die oberflächliche Wolle erst mal etwas halt. Für Holzpferde, die mit Wolle umfilzt werden soll funktioniert diese Technik übrigens auch prima…
Anschließend würde ich die Oberfläche mit Karakulwolle immer in kleineren Stücken (Handgroß) belegen und sie gleich mit Seifenwasser bestreichen, so dass die Luft aus der Wolle herauskommt. Achtet darauf dass im Wasser genug Seife vorhanden ist.
Wenn die Oberfläche optisch zufrieden stellend ist (Design), würde ich eine Gardine auflegen, damit nicht alles verrutscht beim reiben.
Jetzt brauch Ihr nur noch Fertigfilzen bis alles fest ist.
Wenn die Oberfläche noch fester werden soll nehmt Ihr entweder eine Walkmaus http://www.filzrausch.net/eshop/artikeldet.php?proid=3044 oder einen Schwingschleifer. Beim Schwingschleifer müsst Ihr aber mit dem Wasser sehr vorsichtig sein. Evtl könnt Ihr über eine Folie schwingen. Ein FI-Schalter ist Pflicht im Sicherungskasten!

Nah dann viel Glück.
__________________
wollige Grüße euer Frieder

Geändert von Tomako (26.02.2009 um 03:38 Uhr) Grund: defekter Link
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Alt 12.03.2009   #6
Kernaja
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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Tips . Und entschuldigt, dass wir uns erst so spät wieder melden, aber es ist gerade Prüfungszeit und da war die Zeit leider ziemlich knapp...

Aus dem selben Grund konnten wir bisher auch nicht weiter testen. Da sich die Abgabe nun auch wieder verschoben hat, hat es auch noch etwas Zeit. Wir werden (wenn die Prüfungszeit erstmal wieder rum ist) eure Anregungen aber auf jeden Fall mal austesten, irgendwie muss das ja ordentlich hinzukriegen sein. Ich verspreche auch, dass wir euch dann (die hoffentlich guten) Ergebnisse hier präsentieren werden .

@Frieder: Wir studieren beide an der Uni Paderborn. Ich bin eher Theoretiker (und daher gestalterisch eher unbegabt ), aber meine Freundin studiert Textilgestaltung (auf Lehramt). Und als Teil der Abschlußarbeit muss sie dabei zum einen ihre Arbeiten, welche sie in Seminaren angefertigt hat, aufarbeiten und präsentieren. Zusätzlich muss sie auch noch eine eigenständige Arbeit (welche also nicht direkt aus Seminaren oder ähnlichem entstanden ist) vorstellen. Und als Teil davon kam ihr eben die Idee platonische Körper zu umfilzen... was zugegebenermaßen schwerer ist, als es sich anfangs angehört hat
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