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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hüte filzen


Susi
27.08.2009, 15:12
Hallo,
da der Sommer doch langsam zu Ende geht, denke ich schon über einen warmen und schicken Hut nach, am besten einen breitkrempigen. Mit Hund muß man ja auch bei Kälte `raus...Außerdem mag ich Winterwanderungen.
Gibt es ein empfehlenswertes Buch/Arbeitsheft, das beschreibt, wie man Hüte filzt??

Viele Grüße
von Susi

Tomako
28.08.2009, 23:03
da kann Frieder dir bestimmt weiter helfen
(ist er doch jahrelang mit selbstgefilzten Hüten auf dem Schwabinger-Weihnachtsmarkt gestanden)

http://www.filzrausch.de/kunst/kuob/high/kuo001.jpg

(oder gesessen) :D

:supertop: cu Tomako

Frieder
02.09.2009, 23:23
Hallo Susi,:rolleyes:
m.E. gibt es drei Bücher, die sich mit Hüten beschäftigen und für uns als HandfilzerInnen interessant sind:

1) Vom Filz behütet - Bruno Bujack 2005, 145 Seiten, Arbeitsheft über die Herstellung von Kopfbedeckungen 25,00 Euro
http://www.filzrausch.net/eshop/artikeldet.php?proid=3123&sid
Das Arbeitsheft beschreibt im Text und mit Handskizzen, wie mensch millimetergenau unterschiedliche Schnitte für unterschiedliche Hüte herstellt. Bruno Bujack ist kein Künstler sondern ein ehemaliger Maschinenschlosser und späterer Konstrukteur im Schwermaschinenbau. Das sieht mensch seinen Büchern deutlich an. Die Bücher sind sehr technisch geschrieben. Wer also auf an der rein technischen Seite interessiert ist, dem empfehle ich dieses Buch. Wer den rheinischen Humor von Bruno Bujack einmal bei einer seiner diversen Vorträge über technische Vorgänge beim Filzen erlebt hat wird dieses Buch vielleicht etwas leichter lesen können. Es ist aber wie bereits erwähnt kein einfach zu lesendes Buch, da es sich um ein Arbeitsheft im Selbstverlag mit schwarzweißen technischen Handskizzen handelt.

2)Fabulous Felt Hats - Chad Alice Hagen, 2006, 112 Seiten, Sprache: ´englisch´,
Untertitel: ´Dazzling Designs from Handmade Felt´ 18,90 Euro
http://www.filzrausch.net/eshop/artikeldet.php?proid=3199&sid
Dieses Buch ist das genaue Gegenteil von dem Arbeitsheft von Bruno Bujak. Hier findet ihr viele schöne sehr gut fotografierte Hüte, die als Anregungen dienen. Es findet keine millimetergenaue Anleitung statt. Es ist ein sehr schön bebildertes Buch zum genießen für Fortgeschrittene. Der Text ist eher nebensächlich. Chad Alice Hagen zeigt in ihrem Buch auch Hutkreationen von anderen FilzerInnen. Z.B. May Jacobsen Hvistendahl ( www.filtmaker.no (http://www.filtmaker.no) ) oder Charlotte Sehmisch ( www.magarimagari.de (http://www.magarimagari.de) ).

3)Hut und Putz - Josephine Barbe, 2003, 192 Seiten, 39,90 Euro
http://www.filzrausch.net/eshop/artikeldet.php?proid=3115&sid
Dieses Buch bietet ein sehr gutes Hintergrundwissen inkl. guter Beschreibungen für die allgemeine Hutherstellung. Leider ist hier der Teil für die Herstellung von handgewalkten Filzhüten nicht besonders groß vertreten. Wer sich aber allgemein mit Techniken, Formen und Hintergründen über die Hutherstellung auseinandersetzten möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient.




Ansonsten kann ich natürlich auch gerne einen Hutkurs bei uns in der Filzwerkstatt in Göttingen empfehlen: „Der perfekte Hut“ :daumenhoch:
Ich habe in der Zeit von 1994 bis 2001 davon gelebt, dass ich Hüte und Mützen gefertigt habe. Hauptsächlich habe ich damals auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt in München verkauft. Das Foto von tomako ist übrigens 1993 in Göttingen auf einem Markt aufgenommen worden. In Schwabing waren ca. 100 Aussteller aus 10 Ländern mit nur selbstgefertigtem Kunsthandwerk. Das Niveau war sehr gut. Es ist auch heute noch einer der interessantesten Kunsthandwerkermärkte in Europa. 2002 ist der Wollversand von Filzrausch dann so groß geworden, dass ich mich als Kunsthandwerker von den Märkten zurückgezogen habe und mich hauptsächlich auf den Versand von Rohmaterial spezialisiert habe. Heute gebe ich gerne mein Wissen in Kursen weiter. Manches Wissen ist in Büchern nun einmal schlecht zu vermitteln und fehlt m.E. in fast allen Büchern.
:supertop:

Sabine
04.09.2009, 00:03
nett, schick, sieht gut aus...
(Frage: was-wer denn;)- beides natürlich, Hüte und Träger)

Emilie
04.09.2009, 10:16
...was mich wieder darin bestätigt, dass ich filztechnisch den A**** der Welt nicht nur am Horizont erahnen kann, sondern wirklich an selbigem sitze:eek:!

ICH WILL AUCH FILZKURSE IN GÖTTINGEN, STUTTGART UND SONSTAWO MACHEN DÜRFEN!!!

Gute Bücher finde ich immer hilfreich, aber ein guter Kurs bringt einen wirklich gleich einen Quantensprung voran.

Sabine
05.09.2009, 10:01
Sei froh, daß Du diesbezüglich nicht auf Zypern lebst wie Gabi- da findest Du überhaupt nichts! Gabi muß immer alles Material aus Deutschland bestellen, und sie ist mit Sicherheit der einzige Mensch, der auf Zypern filzt.
Ich finde Kurse mitmachen, oder Jemanden haben, der einem was zeigt auch total wichtig.

Faja
06.09.2009, 18:53
na, wir könnten doch mal filzurlaub auf zypern machen .... wenn jeder zu seinem spezialgebiet einen tag nen kurs anbietet und jeder material mitnimmt (wolle ist zum glück ja nicht schwer), sollte doch ziemlich viel interessantes wissen zusammenkommen, oder?

Susi
07.09.2009, 06:54
Hallo Frieder,
danke für Deine Mühe.Sind das schöne Hüte!! Hätte gar nicht gedacht, daß man so etwas selbst machen kann. Ich denke, dazu braucht man viel Übung.....Ich schreib' mir das Buch von Bruno Bujack auf meine Merkliste. Diesen Winter wird's wohl nichts mit dem selbstgefilzten Hut *hihihihihi*, aber es kommen ja noch einige Winter..

Viele Grüße
von Susi

Frieder
07.09.2009, 22:01
Hallo Susi,
danke für das Kompliment.
Wenn Du weißt wie es geht ist es nicht mehr schwer. Ich habe mal in einer Hutsonderschau auf Messe Filzneulingen in zwei 1/2 Stunden gezeigt wie flotte Mützen gefilzt werden (30 Kurzkurse in 10 Tagen). Die Mützen waren überwiegend perfekt.
Kurse sind natürlich zum Lernen da. Wenn Du schon alles kannst brauchst Du keinen Kurs mehr zu machen. Das ist ja das schöne an Kursen. Als ich angefangen habe zu filzen musste ich mir noch alles mühsam selbst erarbeiten. Damals gab es keine Hutkurse, wo mensch an einem Wochenende „mal eben schnell“ so viel gezeigt bekommt, dass mensch danach auf den nächsten KunsthandwerkerInnenmarkt als AustellerIn gehen kann.

Sabine
07.09.2009, 23:36
...Wenn Du schon alles kannst brauchst Du keinen Kurs mehr zu machen. ...

man/ich lerne nie aus- neue Denkanstöße, Ideen, Fehler beheben, Austausch...
ich würde jederzeit wieder einen Filzkurs mitmachen.
ich habe seit 16 Jahren eigene Pferde und nehme immer noch Reitunterricht.

Heidrun
10.09.2009, 19:21
Hallo Frieder,
Du bist ja wirklich der Voll-Profi :daumenhoch: !

Hutfilzen habe ich noch nicht probiert, ausgenommen einen "Tirolerhut" in Miniformat, den ich in eine Collage integriert habe (sah sehr witzig aus, mußte aber niemand passen ;) ).

Leider, leider, ist Göttingen so weit, weit weg von mir denn ich würde nur allzugerne bei Dir einen Kurs belegen.

Nachdem ich begeisterte Kunsthandwerkermarkt-Besucherin bin, würde mich natürlich der von Dir angesprochene Markt in Schwabing interessieren. Wann findet der immer statt, bzw. wer ist der Organisator, wo ich den Termin erfahren könnte?, oder meintest Du den Weihnachtsmarkt ??

Herzliche Grüße, Heidrun

Frieder
10.09.2009, 21:41
Hallo Heidrun,:)
Hüte filzen kann so schööööööööööön sein...

Ich meinte den Schabinger Weihnachtsmarkt der immer vom 1 Advent bis Heiligabend geht und seit 1976 exestiert.
http://www.schwabingerweihnachtsmarkt.de/de/idee/idee.html

gabbro
13.09.2009, 21:14
na, wir könnten doch mal filzurlaub auf zypern machen .... wenn jeder zu seinem spezialgebiet einen tag nen kurs anbietet und jeder material mitnimmt (wolle ist zum glück ja nicht schwer), sollte doch ziemlich viel interessantes wissen zusammenkommen, oder?
hiermit erklaere ich meine Bereitschaft,fuer romantische Unterkunft fuer ein paar filzbegeisterte Menschen zu sorgen.Einzige Bedingung-ich will was wissen von euch.Na,da denkt doch mal nach.Hallo,Sabine,du wuerdest doch auch dabei sein,oder?Gabi laesst herzlich gruessen.

Sabine
13.09.2009, 22:55
Na klar, Gabi! Und Monika bring ich auch noch mit.

Triluna
17.09.2009, 15:35
Hallo Gabbro,

war das jetzt eine offizielle Einladung nach Zypern und die Leute rennen Dir nicht gleich die Bude ein???
Die Idee ist einfach super,

viele Grüße
Margit

Sabine
18.09.2009, 00:02
Hallo Margit, das meint Gabi ganz ernst, ich weiß es!
ich wäre schon längst wieder dort :D wenn die Flüge nicht so teuer wären...:mad:

Susann
19.09.2009, 10:43
hiermit erklaere ich meine Bereitschaft,fuer romantische Unterkunft fuer ein paar filzbegeisterte Menschen zu sorgen.Einzige Bedingung-ich will was wissen von euch.Na,da denkt doch mal nach...

Wow, das hört sich ja genial an! Gabbro, was für ein Angebot! :supertop:

Leider bin ich sehr sonne- und hitzeempfindlich, für mich würde wahrscheinlich als Reisezeit nur der zypriotische Winter in Frage kommen, falls es so was überhaupt gibt. :o

Aber ich denke darüber nach ...


Gruß, Susann

Triluna
25.09.2009, 09:38
Hallo Allerseits,

sorry wenn ich wieder auf das Thema zurückkomme.

Ich hab mir jetzt mal das Buch von Bruno Bujack besorgt und diagonal gelesen. Was mir sofort aufgefallen ist sind wirklich sehr technischen Beschreibungen, das hat was. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich jemand ohne technische Vorbildung schwer tut mit den Berechnungsformeln und jemand mit technischer Vorbildung braucht diese nicht wirklich.

Es sind aber spontan auch Fragen aufgetaucht, die ich hier jetzt gerne loswerden möchte.


1. Relaxieren, Entspannen

Bujack beschreibt eine Dampfbehandlung für den fast-fertigen Hut, zum Entspannen der einzelnen Fasern, muss das wirklich sein??


2. Wollmenge

bislang hab ich gelernt, ein Filzhut für Erwachsene hat ein Gewicht von maximal 100g.
Soweit so gut, jetzt lese ich mit einigermaßen großer Verwunderung, dass Bujack bei seinen Beschreibungen schon bei einem einfachen Damenhut mit Rollkrempe auf 210g Wollmenge kommt und bei einem Hexenhut mit breiter Krempe gleich auf 350g. Das find ich jetzt doch etwas sehr viel.


3. Steifen des Filzhutes

Wie hab ich mir einen Filz vorzustellen, der mit Acryllack gesteift wurde, merkt man das dem fertigen Filz an oder gibt diese Verfahren dem Hut nur mehr Festigkeit, ohne die Oberfläche und Griff wesentlich zu beeinflussen?? Gibt's da noch andere Möglichkeiten??

Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich das Buch behalte oder nicht, vielleicht helfen mir ja Eure Antworten, das Buch und seinen Autor zu beurteilen.

viele Grüße
Margit

gabbro
25.09.2009, 21:38
Hallo Gabbro,

war das jetzt eine offizielle Einladung nach Zypern und die Leute rennen Dir nicht gleich die Bude ein???
Die Idee ist einfach super,

viele Grüße
Margit
hallo magrit,es ist schon ernst gemeint...wenn der prophet nicht zum berg kommt...allerdings kann ich nur eine begrenzte anzahl von filzbegeisterten menschen unter meinem dach unterbringen...und nicht zu vergessen,im sommer ist es hier eigentlich fuer koerperlichen einsatz zu heiss....ideal ist es jetzt.ende september bis mitte november und baden kann man auch noch.leider sind die tickets hierher immer noch sehr teuer,wenn man zeitlich gebunden ist.meine freundin hier hat ein kleines hotel am meer im nordwesten,direkt am wasser,da koennte man auch in groesseren horden auftreten,aber geld kostet es eben.ich arbeite ja als reiseleiterin und wuerde natuerlich auch was beitragen.kostenlose inselerklaererin.haha.aber wenn jemand (nettes) kommen moechte,bin ich offen und stelle nur eine bedingung,eben filzerklaererin....nu denk mal nach.ich bin noch am anfang meiner "kunst" und verdiene mir die wolle,alles nur uebers internet,mit seidenkleidern...aber eigentlich moechte ich ja filzen...gabi:D

filz-t-raum.ch
09.11.2009, 21:11
hallo emilie,

so weit bis nach stuttgart und co. brauchst du nicht gehen um einen hut-kurs zu machen!!!
schau mal bei mir vorbei......
www.filz-t-raum.ch
in der nächsten fun sind meine neuen kurse auch ausgeschrieben und falls nichts passendes dabei ist, privatkurse 1-4 personen sind auch möglich!

liebe grüsse,
filz-t-raum.ch

Susi
28.07.2010, 17:32
So, es ist vollbracht. Ich habe gerade den ersten Hut meines Lebens gefilzt. In Form und Funktion erinnert er an einen Hut, kein besonders schönes Modell, eben nur ein klassischer Hutstumpen, aber ich freu' mich, daß ich es hingekriegt habe. Die Wolle war Hundeunterwolle, die ich vorher gewaschen und kardiert habe. Ich glaube, beim nächsten Mal bin ich faul und nehme Merinowolle. Spaß hat es aber gemacht.

Danke für all die guten Tips, die ich hier bekommen habe. Ohne Eure guten Ideen hätte ich es nicht geschafft. Jetzt tun mir die Schultern weh............:rolleyes:

Viele Grüße
von Susi

Luna
29.07.2010, 13:38
Hallo Susi,

hast Du ein Bild von Deinem Erstlingshutwerk?

LG die neugierige Luna ;-)

Susi
29.07.2010, 14:17
Hallo Susi,

hast Du ein Bild von Deinem Erstlingshutwerk?

LG die neugierige Luna ;-)


Am Wochenende wahrscheinlich ja, da mein alter Computer (Windows 98) dann in Rente geht und der neue wahrscheinlich die Speicherkarte wird lesen können............Das Bild kommt dann in mein Album "Hundehaarfilz".

Viele Grüße
von Susi

Susi
07.08.2010, 15:08
Ich habe Frieders guten Rat befolgt und mir brav ein Buch über Hüte und wie man sie filzt bei Filzrausch bestellt. Meinen Hut habe ich noch ein wenig umgearbeitet. Ich freu' mich schon auf das neue Buch und das Hütefilzen. Hätte nicht gedacht, daß es wirklich Spaß macht.

Viele Grüße
von Susi

Susi
19.08.2010, 07:17
http://www.abload.de/img/003irfi.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=003irfi.jpg)

Mein erster Filzhut (100 % Groenendaelwolle, die ich geschenkt bekam).

Toffel
19.08.2010, 12:09
gefällt mir total gut, Susi. So einen hätte ich auch gerne!

An Hüte hab ich mich bisher noch garnicht getraut. Mal sehen, vielleicht spare ich ja mal auf einen Filzkurs.

gruß
Toffel

Susi
19.08.2010, 19:24
Dankeschön, Du machst mich ganz schön verlegen. Ich habe ursprünglich auch nicht gedacht, daß der Hut 'was wird.
Mir spukt schon das nächste Filzprojekt im Kopf herum...................Auf jeden Fall ein Hohlkörper. Muß es doch auskosten, daß ich endlich Hohlkörper ohne Löcher filze.........hahahahahahaha...

Viele Grüße
von Susi

Luna
20.08.2010, 16:02
Hallo Susi,

Schön ist der Hut geworden. Luftig sieht es aus und den würde sogar ich mal aufsetzen in der Hoffnung das er mir steht, was Hüte ansonsten überhaupt nicht tun. ;)

LG Luna

Susi
07.11.2010, 10:52
Danke, Frieder, mittlerweile habe ich das Bujack-Arbeitsheft und dieser Rohling ist daraus entstanden. Er passt richtig gut. (100 % Hund,ein Verwandter meiner Hündin Cora).

Allerdings muß er noch ein wenig gewalkt werden, aber schön warm ist er. Die Krempe hat noch nicht den Stand, den ich gern hätte. Verziert ist er auch noch nicht, aber es hat Spaß gemacht. Faszinierend, wie das Ganze dann schrumpft. Ich hatte eine riesige Schablone.


http://www.abload.de/img/002kofm.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=002kofm.jpg)

Viele Grüße
von Susi

elfenzauber
07.11.2010, 11:17
Hallo und einen schönem Sonntag
So jetzt bin ich neugirig ,wie ich einen Hut mache ,
Also Hohl Korper ist klar
Muß ich mir vor her auch eine Schablone machen im form des Hutes den ich haben mochte Und wenn alles angefilzt ist was dann
Ich muß den doch nicht auf meinen Kopf Walcken und formen ?????:confused::confused::eek:
Wie geht es weiter :o
Liebe grusse Elfenzauber

Anne
30.11.2010, 14:56
Hallo Allerseits,

sorry wenn ich wieder auf das Thema zurückkomme.

Ich hab mir jetzt mal das Buch von Bruno Bujack besorgt und diagonal gelesen. Was mir sofort aufgefallen ist sind wirklich sehr technischen Beschreibungen, das hat was. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich jemand ohne technische Vorbildung schwer tut mit den Berechnungsformeln und jemand mit technischer Vorbildung braucht diese nicht wirklich.

Es sind aber spontan auch Fragen aufgetaucht, die ich hier jetzt gerne loswerden möchte.


1. Relaxieren, Entspannen

Bujack beschreibt eine Dampfbehandlung für den fast-fertigen Hut, zum Entspannen der einzelnen Fasern, muss das wirklich sein??


2. Wollmenge

bislang hab ich gelernt, ein Filzhut für Erwachsene hat ein Gewicht von maximal 100g.
Soweit so gut, jetzt lese ich mit einigermaßen großer Verwunderung, dass Bujack bei seinen Beschreibungen schon bei einem einfachen Damenhut mit Rollkrempe auf 210g Wollmenge kommt und bei einem Hexenhut mit breiter Krempe gleich auf 350g. Das find ich jetzt doch etwas sehr viel.


3. Steifen des Filzhutes

Wie hab ich mir einen Filz vorzustellen, der mit Acryllack gesteift wurde, merkt man das dem fertigen Filz an oder gibt diese Verfahren dem Hut nur mehr Festigkeit, ohne die Oberfläche und Griff wesentlich zu beeinflussen?? Gibt's da noch andere Möglichkeiten??

Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich das Buch behalte oder nicht, vielleicht helfen mir ja Eure Antworten, das Buch und seinen Autor zu beurteilen.

viele Grüße
Margit

Hallo zusammen,
bei mir soll es jetzt auch mal ein Hut werden. Ich habe auch das Buch von Bruno Bujack und möchte gerne die Fragen von Margit noch einmal stellen.
Ergänzt noch um die Frage, ob ich nicht statt des Lackes eine Appertur (hoffentlich schreibt man das so) nehmen kann.

@Elfenzauber
Ich habe gerade erst deine Frage hier gesehen und dass du noch gar keine Antwort bekommen hast.
Du hast Recht, dass du erst mal eine Schablone brauchst. Mit der sollte die Endform des Hutes möglich sein, aber das heißt nicht, dass sie genauso aussehen muss. Wenn du beispielsweise eine Krempe umschlagen möchtest, dann wird sie in der Schablone nur doppelt so lang.
Du kannst erst mal einen ganze Zeit filzen und walken, bevor es um die genaue Passform geht. Am einfachsten ist es dann glaube ich ich, wenn du eine Hutform hast, die deine Kopfgröße hat. Wenn du aber erst mal ausprobieren möchtest, dann würde ich mir eine Form suchen, die sich deiner Kopfgröße annähert (Ball, Schüssel etc) und erst mal damit arbeiten. Dann vielleicht eine Duschhaube aufsetzen, anprobieren, weiterwalken und wieder anprobieren. So kannst du dich dann auch annähern.
Wichtig ist dann, dass du beim Trocknen den Hut passend ausstopfst, damit er die Form behält.

Grüße,

Anne

Triluna
30.11.2010, 16:09
Hallo Anne,

Du meinst sicher Appretur, ich kann mir das zwar vorstellen, hab aber keine Ahnung ob das geht und was das bringt. Ich bin von meinen bisherigen Versuchen den Filz zu steifen nicht begeistert. Entweder die Steifigkeit war zu fest, dann bekommt der Filz bei Benutzung Knicke oder man bemerkt nix davon. Ich lass das inzwischen ganz und mach Hüte aus Filz, die eben sind wie Hüte aus Filz, knautschbar.

Ich hätte da noch einen Tip, was die Hutform angeht. Wer nur mal einen einzigen Hut oder Mütze für sich selbst machen möchte, kann sich mit einer einfachen Möglichkeit behelfen: Frau nehme Montageschaum aus dem Baumarkt (eine Flasche mit 500ml ergibt ein Schaumvolumen von ca. 12 l und kostet 3€) Einfach auf eine Pappe einen Berg schäumen (mit wasser besprühen ist meist notwendig, Anleitung beachten) und trocknen lassen. Dauert etwa 24 Stunden. Wenn das Zeug trocken ist läßt es sich mit einem Sägemesser oder einer Säge gut bearbeiten. Die entsprechende Hutform ausschnitzen und anschließend mit Klebeband überziehen, die Oberfläche bröselt sonst. Für einen Hexenhut hab ich einen Kegel aus Papier hergestellt und ebenfalls mit Montageschaum ausgefüllt. Der Kegel braucht am schluss nur noch auf die richtige Länge abgeschnitten zu werden.

Eine Hutform, die so hergestellt ist hält zwar nicht ewig und ist ökologisch bestimmt nicht einwandfrei, sie ist aber bezahlbar und erfüllt Ihren Zweck.

viele Grüße
Triluna

Anne
30.11.2010, 18:59
Hallo Triluna,

stimmt - so heißt das - ich probiere das mal auf einem Lappen aus - ich möchte halt schon, dass der Hut noch natürlich nach Filz aussieht - vielleicht steige ich auch eher auf eine Art Mütze um - da passt dann Knautschbarkeit auch besser zu.

Deine Idee zur Hutform klingt super - ich habe mir gerade überlegt, dass man dann ja vielleicht sogar mit stabiler Alufolie die Kopfform abformen könnte und dann mit dem Schaum füllen. Dann muss man anschließend nicht mehr schnibbeln - muss ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

Liebe Grüße,

Anne

Tomako
01.12.2010, 22:23
ich würde es mittels Triluna´s Idee auch so ähnlich wie Anne machen.
Allerdings anstatt Alufolie würde ich den Hut in ein oder zwei große aber möglichst
dünne Müllsäcke packen.
Ihn dann wie eine Schüssel auf den Kopf liegend
( vorher die Folie ordentlich im Hutinnenraum anschmiegen )
mit Mo.Schaum füllen.
Schließlich dann auf das ganze ein Holzbrett darauf legen
und dieses eventuell noch etwas bescheren.
So dass, wenn der Schaum sich ausdehnt,
er das Brett anheben muß, und sich dadurch auch besser im gesamten Hutinnenraum
verteilt weil er sich ja kräftig abstemmen muß.
Zudem wird die Schaummasse dadurch auch etwas stabiler.
und man/frau hat auch gleich eine gerade Auflegefläche.

wenn das so funktioniert wie ich es mir denke ;)
cu Tomako

Anne
02.12.2010, 08:49
Ich finde, dass wir uns jetzt alle zusammen so ein schönes Konzept überlegt haben, dass das dringend mal jemand ausprobieren sollte :)
Das Holzbrett ist eine super Idee - in meinem Modell würde der Schaum vermutlich nur gemütlich nach oben wegquellen - man merkt, dass ich nicht allzu praktisch veranlagt bin *hüstel* :)

Tomako
03.12.2010, 00:35
Hab mal ein schlaues Buch gewältzt

Fachkunde für das Hutmacher- und Modistengewerbe
Fischer, Georg, Österreichischer Gewerbeverlag, Wien, 1983, ISBN 3-85207-840-7

Dort heißt es das Hüte grundsätzlich immer aus Stumpen hergestellt werden

Stumpen sind kegelmantelförmige Filzgebilde dessen Größe gewichtsabhängig ist
Stumpen (öster.)
Stumpe (deut.)
la cloche (franz.)
body (engl.)

https://forum.filzrausch.de/image_archive/hutformen_01.png

Bei den Grundformen wird hauptsächlich unterschieden in

Cornet
Breite und Höhe meist gleich fast senkerechter Rand (unten)
Capline
..breits angeformter Stumpen mit mehr oder minder ausgeprägter Bandstelle (Krempe)
Bandeaux
.. rechteckigflacher Filzstreifen
Platten
...ein kreisrunder vollständig flacher Filz

In der Herstellungsart wird hauptsächlich unterschieden in

Haarstumpen
...aus Tierhaaren bzw. Mischungen der Haare verschiedener Tiere
(zumeist aus oder mit Hasen- bzw. Kanninchenhaaren,
die Haare mancher Tierarten filzen eher schlecht
so z.B Biber, wird aber wegen des ausgewöhnlichen Griffs bei edlen Hüten oft verwendet)
wo bei Haare generell eher schlecht filzen und deswegen erst gebeitzt werden müssen

Wollstumpen
... wird aus Wolle und Kämmlingen hergestellt
aber nie aus reiner Wolle da sich dadurch keine glatte kurze Decke (Oberfläche) herstellen läßt
Kämmlinge nennt man die in der Kammgarnspinnerei abfallenden kurzen Wollhaare.
Ersatzweise kann auch Krempelausputz beigemengt werden ( auch Flug genannt)
ein Abfallprodukt aus der Wollkämmerei das beim Krempeln entsteht
bzw. auch Reißwolle die man durch zerfasern von fertgen aber unbrauchbar gewordenen Wollwaren im Reißwolf gewinnt.
wichtig ist die Kurzhaarigkeit der Beimischung.

wobei die Mischung mit ausschlaggebend für die Qualität ist
Durchsschnittsmengen der Mischingen


1a.Qualität: 60% Wolle & 40% Kämmlinge
2a.Qualität: 50% Wolle & 30% Kämmlinge & 20% Krempelausputz
2a.Qualität: 40% Wolle & 30% Kämmlinge & 30% Krempelausputz


Bei der Wollauswahl ist zu unterscheiden ob es ein glatter Filz eine Rauhhaarqualität oder
ein Melangestumpen werden soll.
( was immer das heißen soll muß ich erst noch rausfinden)


Velourstumpen
im wesentlichen wie der Haarstumpen
als Material wirden aber die Haare des Wildhases bevorzugt
mit einigen besonderen Arbeitsgängen um die
Velouroberfläche zuerzeugen.


die wesentlichen Arbeitsgänge unterschieden sich in

Die Haar- bzw. Wollmischung erstellen
Das Fachen
Das Filzen ( wobei hier das Vorfilzen der Fache gemeint ist)
Das Anstoßen ( die Fache dichter, fester kleiner machen)
Das Walken
Vor- & Halbwalke
Fertig- & Maßwalke
Nach- & Kurzwalke
Das Ausfertigen des Stumpens ( dem Stumpen die endgültige Form geben)
Die Oberflächenbearbeitung



( fertig ist der Hut )


cu Tomako

PS. demnächst mehr zu diesem Thama aus schlauen Büchern ;)

Anne
03.12.2010, 09:15
Wow - spannend - aber irgendwie passt dann der Hut, den ich machen will nicht rein - ich hoffe, es lässt sich aus reiner Wolle doch etwas fertigen.

Ich wollte noch einen Vorschlag meines Mannes für die Hutformnachbildung anfügen. Es gibt ganz dünne Latex Badekappen. Die kann man aufziehen und dann mit Gipsbinden arbeiten, die man um den Kopf wickelt. Die werden dann schön fest und können ausgeschäumt werden.

katja
03.12.2010, 11:54
@Tomako
Du Quell der Weisheit....:supertop:
Danke für deine ständigen "Besserwissereien" (bitte ganz POSITIV verstehen).
Ich finde es wirklich irre, was du da immer wieder aus dem Netz herausfischt.
Katja

Susi
03.12.2010, 17:53
da der Sommer doch langsam zu Ende geht, denke ich schon über einen warmen und schicken Hut nach, am besten einen breitkrempigen. Mit Hund muß man ja auch bei Kälte `raus...Außerdem mag ich Winterwanderungen.


Vor mehr als einem Jahr habe ich das geschrieben und jetzt:

http://www.abload.de/img/0014cuh.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0014cuh.jpg)

Voilà, da ist er. Vielen Dank für die vielen guten Tipps. Genau so habe ich mir meinen Haarstumpen (100 % Bernhardiner) vorgestellt. Er wärmt auch sehr gut. Geformt wurde er über einer alten Plastikschüssel, die fast meinen Kopfumfang hat............

Viele dankbare Grüße
von Susi

Anne
03.12.2010, 19:57
super Susi! Davon bin ich noch weit entfernt - ich würde mal sagen, dass mein Erstlingswerk nicht so wirklich gut wird -mal schauen, was sich morgen noch rausholen lässt, aber zumindest kann ich daraus lernen :)

Triluna
03.12.2010, 20:15
Hallo Anne,

nicht gleich verzagen, frau glaubt gar nicht, was aus so einem schlabberigen Filzlappen rauszuholen ist. Nur die Geduld solltest Du nicht verlieren, lieber mal weglegen und am nächsten Tag nochmal drangehen.

viel Erfolg
Triluna


Hallo Susi,

der Hut ist doch der perfekte Begleiter für diese Tage.
schönes Stück

viele Grüße
Triluna

Tomako
04.12.2010, 03:17
@Tomako
Du Quell der Weisheit....:supertop:
Danke für deine ständigen "Besserwissereien" (bitte ganz POSITIV verstehen).
Ich finde es wirklich irre, was du da immer wieder aus dem Netz herausfischt.
Katja
mann dankt ;)
..habe es aber tatsächlich aus dem Buch selbst gefischt und leider nicht aus dem Netz

cu Tomako

Susi
04.12.2010, 06:21
Dankeschön für Eure Komplimente. Bei diesem Hut habe ich mich angestrengt, da ich nicht so viel Bernhardinerwolle (Langstockhaar) zur Verfügung hatte. Wie Triluna sagt, ist es besser, man macht einen Pause und legt ihn weg. Das habe ich auch gemacht, Anne. Es ist mein vierter Hut.

Das klappt bei Dir bestimmt heute. Du kannst ja gut Hohlformen filzen. Mir hat es sogar richtig Spaß gemacht!:supertop: Da wünsche ich Dir "gut Filz"!

Viele Grüße
von Susi

cacane
04.12.2010, 09:52
Halo Susi

Toller Hut, ich seh mich schon alle Plastikschuesseln anprobieren:D
LG Doris

Anne
04.12.2010, 09:54
Danke für den Zuspruch! Ich beschäftige mich gleich noch mal damit und betrachte ihn als Lehrstück - ich war leider schon zu früh zu ungeduldig und habe ihn zu früh von der Schablone genommen. Das hatte aber auch damit zu tun, dass mir offenbar die Schablone schon nicht richtig geraten ist. Ich hatte mit der Vorgehensweise von Bujak ziemliche Probleme, zumal ich keinen riesigen Zirkel hatte und die Alternative mit der Schnur nicht so toll war. Statt mir dann eigene Gedanken zu machen (was ich inzwischen gemacht habe), habe ich dann etwas - hm - merkwürdiges als Schablone verwendet...
Beim nächsten Versuch fange ich schon mit mehr Geduld an! Auf jeden Fall kann ich jetzt noch üben, wie ich einen Hut forme - er wird mir halt nur nicht passen :)

sonnige Grüße,

Anne

Anne
04.12.2010, 14:12
Hallo zusammen,

ich bin gerade völlig begeistert - es ist tatsächlich noch ein richtiger Hut geworden! Er bekommt noch ein Hutband, wenn er getrocknet ist und dann stelle ich auch Foto hier ein.

Wenn ich Filz nicht schon lange lieben würde, dann spätestens jetzt - es ist unglaublich, was mit ganz viel Geduld noch möglich war, obwohl die Maße wirklich schlecht waren.

Ich habe ganz oft an das denken, was ich mal geschrieben habe, als es um Tricks ging, was man machen kann, um Werke noch zu retten - ich habe geschrieben "weiter machen" - das hat sich jetzt wirklich absolut bestätigt!

Vielen Dank, dass ihr mir Mut gemacht habt nicht aufzugeben. Jetzt habe ich meinen ersten selbstgemachten Hut und bin ganz glücklich!!!!!

Anne

die gerade ganz breit strahlt :)

katja
04.12.2010, 19:31
Herzlichen Glückwunsch Anne,
du verstehst es Spannung aufzubauen. :D Schön, dass du nicht so schnell aufgegeben hast.
Freu mich schon auf das Bild.
Katja

Tomako
04.12.2010, 22:27
Pierer's Universal-Lexikon
4. Auflage 1857–1865
http://www.filzrausch.net/image_archiv/pierers_universal-lexikon.png

Hut, 1) die Bedeckung des oberen Theils einer Sache; daher 2) eine steife Kopfbedeckung.

A) Die Männerhüte sind meist von Filz, Seidenfelbel, Stroh, Pappe, Seide; Binsen od. ein bast- u. holzartiges Geflecht (Basthüte), gepreßtes u. lackirtes Leder od. lackirtes Papiermaché werden nur selten u. mehr zu Sommerhüten od. zu besonderen Zwecken genommen, z.B. für Kutscher, Chausseewärter u. dgl. a) Die Filzhüte werden ausschließlich aus Thierhaaren gemacht u. zwar gewöhnlich aus Hafen- u. Kaninchenhaaren, peruanischer Schaf- u. Vigognewolle, aus Biber-, Fischotter- u. nordamerikanischen Katzenhaaren, aus den Abgängen der Seidenwirker u. aus persischen u. kermanischen Wollenarten Die feineren, theueren Haare werden dabei mehr zum Überziehen des Hasenhaarsitzes benutzt. Es gibt aa) Große, Mittel- u. Feine Wollhüte aus zweischüriger Sommer- u. kurzer Lämmerwolle; bb) Mittelseine Hüte, aus seiner englischer Lammwolle, mit dänischer Wolle vermischt u. mit Kameelhaar überzogen, wozu auch wohl Vasen- u. Kaninchenhaare kommen; cc) Bauchhaarene Hüte, gemeine Hüte mit Hasen-, Kaninchen- u. Ziegenhaaren vom Bauche dieser Thiere; dd) Rückenhaarene Hüte, aus den Rückenhaaren des Bibers, aus Kameel- u. Kaninchenhaaren; ee) Viertel-Castorhüte, ganz von Hasenhaaren, od. auch mit etwas Kameelhaaren u. Vigognewolle vermischt; ff) Halbe Castorhüte, aus Biber-, Kaninchen-, Hasenhaaren u. Vigognewolle; gg) Dreiviertel-Castorhüte, von englischen Kaninchenhaaren, Grund u. Überzug von Biberhaaren; hh) Ganze Castorhüte, blos aus Biberhaaren, von welchen 2 Theile gebeizt, 1 Theil ungebeizt ist. Außerdem benutzt man noch die von Thieren genommene Wolle, zugleich mit anderen animalischen od. vegetabilischen Bestandtheilen, od. nimmt letztere ganz allein u. erhält so b) Hüte, welche den Filzhüten im Ansehen völlig gleichen. Solche sind: aa) Seidene Hüte, aus Hasenhaaren (2/3) u. Abgängen von den Stühlen der Seidenweber (1/3); bb) Baumwollene od. Gewächs wollene Hüte, aus Baumwolle od. aus den, den Samen einhüllenden Fasern der Disteln, des Dumgrases, der Pappeln, Weiden, der syrischen Seidenpflanze etc., welche mit Vasen- u. Kaninchenhaaren u. Wolle vermischt werden; cc) Federhüte (s.d. 2); dd) Felbelhüte (Seidenhüte), bei denen das Gestell aus Filz, Pappe, Preßspähnen, dünnen Holzspähnen od. dünnem Flechtwerk gemacht ist, u. die mit einem langhaarigen Seidenfelbel überzogen sind. Wenn das Gestell von Filz gemacht wird, so wird dasselbe mit einem wasserdichten Firniß überstrichen, darauf der Felbelüberzug feucht übergestülpt u. mit dem heißen Bügeleisen aufgebiegelt. Die Felbelhüte sind vor nicht langer Zeit aufgekommen u. haben die Filzhüte fast ganz verdrängt. Seit einer Reihe von Jahren sind die von Gibus in Paris erfundenen, kaum den 12. Theil des Raumes eines gewöhnlichen Hutes einnehmenden, daher zum Einpacken in Koffer sehr geeigneten Mechanischen Hüte sehr gewöhnlich. Sie bestehen aus einem Zeugüberzüge über einem Gestell, in welchem zwei stählerne Reisen durch vier stählerne Stäbchen so mit einander verbunden sind, daß sie ein sehr leichtes Gerippe von der Gestalt u. Größe des Hutes bilden. Die vier Stäbchen haben in der Mitte ihrer Länge ein Charnier, hängen auch mit den Reisen durch Charniere zusammen, weshalb sich die Stäbchen alle zugleich nach innen einlegen lassen, u. dann die zwei Reisen sich einander nähern. Da einer der Reisen am unteren, der andere am oberen Rande des Hutes inwendig befestigt ist, so faltet sich durch obiges Verfahren der H. regelmäßig zusammen u. spannt[640] sich wieder völlig aus, wenn man die Stäbchen in ihre frühere, gerade Stellung bringt. Hierzu dient ein Drahtring von der Weite des Hutes, der inwendig an dem verschiebbaren Futter befestigt ist.

Ganz von Filz gefertigte Hüte behaupten stets ihren Werth; ihre Herstellung erfordert viel Geschick. Die englischen Filzhüte werden noch immer für die besten gehalten, aber auch Frankreich u. mehrere Orte in Deutschland, als Berlin, Hamburg, Hanau, Frankfurt a. M., Döbeln, Hannover, Erlangen, München, Wien, Prag, Dresden, Leipzig, Altenburg etc. liefern gute Hüte. Zu Verfertigung der Filzhüte u. der Filzunterlagen für Seidenhüte werden die Hafen- u. Biberfelle (Kaninchenfelle seltener, Wolle nie) gebeizt, damit das Haar sich besser filzen lasse, dann enthaart durch Rupfen od. mit einer scharfen Ziehklinge; wird Wolle verwendet, so wird sie erst ausgelesen, gereinigt, gewaschen, kartätscht; dann werden Haare u. Wolle gefacht, d.h. aufgelockert, von Staub u. den gröberen Borstenhaaren befreit u. die parallele Lage der einzelnen Haare beseitigt, welche dem Filzen hinderlich ist; es geschieht dies mit einem mit einer Darmsaite bespannten Holz (Fachbogen, Geige), an welchem sich ein Stück Leder (Bogenleder) befindet, durch welches die an demselben befindliche Darmsaite gespannt od. nachgelassen werden kann (oft dienen auch statt dessen kleine Stückchen Holz [Knebelhölzer]), auf dem Fachtisch. Das erste Fachen dient nur zum Reinigen (Herunterläutern) u. Auflockern des Haares u. wird in größeren Hutfabriken durch eine besondere Maschine besorgt, welche das unreine u. vielfach verknöterte Haar, auf ein Tuch ohne Ende aufgebreitet, zugeführt wird, worauf es auf der andern Seite der Maschine gereinigt u. aufgelockert herauskommt, während die Verunreinigungen unter der Maschine sich ansammeln; bei dem späteren Fachen muß das Haar zugleich von einer Seite auf die andere in einer regelmäßigen drei- od. vierseitigen Figur geworfen werden; zuletzt wird das Haar mit einem Stück Pergament (Pappe) od. mit einem seinen Siebe (Fachsieb) zusammengedrückt, wodurch dasselbe etwas Halt u. Zusammenhang bekommt, wie ein Stück Watte wird u. Fach heißt; das, was von demselben übrig bleibt u. weggerissen wird, heißt Auswuchs. Gewöhnlich nimmt man vier solcher Fache zu einem H., die bogenförmige Seite heißt der Schnitt, die daran stoßenden Ecken die Zipfel, die gegenüberstehende Spitze der Kopf. Ein Fach, woraus die Hutkrempe gebildet wird, nennt man Randfach. Das Zusammensitzen dieser vier Fache heißt Aufschließen; es greift dabei jedes Fach am Rande 11/2 Zoll breit über das vorhergehende Fach. Bei mittelfeinen Hüten fertigt man nur das äußere Fach (Kopffach) von seinen Haaren (Platte vergolden). Wenn beim Filzen od. Aufschließen dünne. Stellen entstanden sind, so werden dieselben ausgebessert (Ausbüßen), indem man ein Stückchen Filz (Buße) auf die linke od. Bußseite des Hutes legt od. sie auch nur durch Leim steif macht. Das nun folgende Filzen ist das in einander Verschlingen der Haare eines Fachs, so daß sie fest zusammenhalten. Dies geschieht auf einer kupfernen Platte (Filzplatte), unter welcher ein Kohlenfeuer unterhalten wird. Zuerst legt man auf die Platte ein angefeuchtetes, leinenes Tuch (Filztuch), auf dieses die Fache, wickelt u. legt beides in verschiedenen Richtungen zusammen u. arbeitet es dabei immer mit der Hand gleichmäßig durch. Hierdurch, sowie durch die Ausdünstung des Filztuchs u. durch die Wärme der Platte schlingen sich die Haare ziemlich fest zusammen u. je zwei Fache werden an zwei Seiten mit einander verbunden. Weil nach dem Zusammensitzen der Ränder von zwei Fachen dieselben umgewendet werden, so legt man ein Stück Papier, den Filzkern, dazwischen; dieser verhindert, daß die Fache zusammenkleben u. wird hernach wieder herausgenommen. Nach dem Filzen gleicht der H. noch einem spitzigen Kegel, u. muß in einem länglich viereckigen Kessel (Walkkessel), gewalkt (dichter gemacht) werden. Die beiden Seiten des Herdes sind etwas gegen den Kessel geneigt, so daß, wenn die Walktafeln (starke Breter von Rüsterholz) darauf gelegt werden, das Wasser von denselben in den Kessel läuft. In dem Kessel wird Wasser heiß gemacht u. etwas Bier- od. Weinessighefe, darunter gemischt (Walkbeize). Der Filz wird zuerst um den Rollstock gewickelt u. in das heiße Wasser getaucht; dann nimmt man ihn herunter, legt ihn auf die Walktafel u. bearbeitet ihn mit der Hand od. dem runden Streichholz in allen Richtungen, Anfangs nur gelinde, bis er fester wird, legt ihn dabei auch übers Kreuz zusammen (Kreuzschlag), wickelt ihn wieder über den Rollstock u. bearbeitet ihn mit diesem (Gleichrichten). Dabei wird der Filz immer wieder in das heiße Wasser getaucht od. mit demselben begossen u. für seine Hüte (Bürstenhüte) schließlich mit der Walkbürste rundum gebürstet. Das Walken dauert 4–5 Stunden u. durch dasselbe wird der Filz fester u. dichter, aber auch fast um 2/3 kleiner. Das Ausstreichen, wodurch er wieder vom Wasser befreit wird, heißt Plattstrecken. Soll der H. einen seinen Überzug bekommen, so wird seiner Filz darauf gelegt u. durch Walken auf das Festeste mit der Unterlage vereinigt (Plattiren). Damit der Filz auf der inneren Seite nicht zusammenhänge, wird das Haarsieb, ein Stück härenes Tuch, dazwischen gelegt. In neuerer Zeit walkt man an einem hölzernen, cylindrischen Bottich von nicht zu großem Durchmesser; der obere Rand des Bottichs ist flach trichterförmig umgebogen u. vertritt die Stelle der Walktafeln; das Wasser im Bottich wird durch eingeleiteten Wasserdampf erhitzt; der Dampf wird durch ein kupfernes Rohr zugeführt u. aus einem zweiten Rohre wird nach Bedarf kaltes Wasser zugelassen, um das verbrauchte zu ersetzen. Die Haare des Filzes werden mit Kardendisteln od. mit der Kratze emporgebracht (Aufkratzen). Das Herausmachen der groben Haare u. fremden Körper nach dem ersten Walken heißt Auszwicken u. geschieht gewöhnlich mit einer stählerner Zange mit elastischen Schenkeln (Zwicker); Sengen ist das Abbrennen derselben über brennendem Stroh. Bei langhaarigen Hüten werden die Haare nach dem Aufkratzen durch eine Maschine gleich lang abgeschnitten; der noch trichterförmige H. wird auf einen rotirenden Kegel aufgeschoben; beim Umdrehen gehen die langen Haare an einem scharfen Messer vorbei, über welches sie durch schraubengangförmige Erhabenheiten auf einem sich gleichfalls umdrehenden Cylinder hingestrichen u. dabei verschnitten werden. Nun wird der H. noch naß über die Form[641] (Hutform), eine kurze hölzerne Walze (Klotz), geschlagen (Anformen) u. der Rand mittelst des Krummstampfers, einer 6 Zoll hohen, 4 Zoll breiten, nach der Länge etwas gekrümmten Messingplatte od. einem viereckigen Blech (Treibeisen) hinabgetrieben; dann wird der H. in den Kranz gestellt, d.h. der Aufschlag (Krämpe) umgebogen, dann die Platte aus gestoßen, d.h. der spitzige Deckel flach gedrückt, wobei der H. wiederholt in warmes Wasser getaucht wird. Der getrocknete H. wird dann mit Bimsstein od. einer Fischhaut abgerieben (Aufrupfen, Ausrupfen), wodurch ein kurzes Haar wieder in die Höhe gebracht wird u. der Filz sich seiner anfühlt. Das Ausstoßen, wodurch der H. die Kopfform erhält, geschieht mit einem länglich runden Holz (Ausstoßer). Dann wird der H. gefärbt. Zu der schwarzen Hutfarbe nimmt man gehacktes Brasilienholz, etwas Galläpfel, Kupferwasser u. Grünspan; od. Kampecheholz, Schmack, Eisenvitriol, Weinstein u. Grünspan. Vor dem Färben wird der rohe H. (Kalkhut) nochmals über eine Hutform geschlagen, einige Augenblicke in kochendes Wasser gehalten, das Wasser wieder mit dem Plattstampfer, einem dem Krummstampfer ähnlichen Werkzeuge mit einem geraden Rande, ausgedrückt (Reinstreichen) u. dann der H. unter beständigem Umrühren mittelst eines Stockes zwei Stunden in dem Farbenkessel gekocht, dann abgekühlt u. das Kochen noch zweimal wiederholt; die gefärbten Hüte werden nach jedes maligem Färben an die Luft gesetzt (Auslüften); Färben u. Lüften dauert etwa 10 Stunden. Das Abrupfen der langen Haare aus den gefärbten Hüten mit dem Rupfmesser heißt Nachrupfen. Alsdann wird der H. wiederholt in fließendem Wasser gewaschen u. darauf gesteift. Man kocht Gummi, Tischlerleim u. Ochsengalle in Wasser, bestreicht damit den H. u. läßt ihn auf einem eisernen Ofen (Steifofen) od. einem Bleche, d.h. einer Platte vo. Kupfer od. Gußeisen, langsam trocknen, damit sich der Leim in den Filz zieht (Eindunsten). Als wasserdichte Steife wird empfohlen: ein Gemisch von Schellack, Mastix Terpentin, Weingeist. Nach dem Steifen werden die Hüte zugerichtet u. aufgestutzt, aufgeformt, gekrämpt (weil dabei bes. den Krämpen die Form gegeben wird), ihnen mit Bürsten u. Bügeleisen die äußere Appretur gegeben (Plattsetzen), sie mit der Glanzbürste geglänzt u. das Futter u. Schweißleder eingenäht u. staffirt od. ausgeputzt, d.h. der Rand der Krämpe mit Band eingefaßt. Alte Hüte werden aufgefärbt, d.h. Form u. Farbe erneuert.

B) Die Damenhüte sind gewöhnlich von weit leichterem Stoff verfertigt, als die Männerhüte. Im Sommer ist Stroh das Hauptmaterial zu denselben (s. Strohhüte), doch wird auch Bast u. andere Stoffe, bes. baumwollene Zeuge, dazu genommen; im Winter werden die Damenhüte gewöhnlich aus wollenem, baumwollenem u. seidenem Zeug, meist aus Sammet, Atlas, Taffet etc. gemacht, doch auch, der Mode nach, Filz od. doch wenigstens Felbel dazu verwendet. In neuerer Zeit kommen fertige, der Mode entsprechende Drahtgestelle zu Damenhüten im Handel vor, welche dann blos überzogen u. aufgeputzt zu werden brauchen. Seidene, breite u. schmale Bänder, künstliche Blumen aller Art u. dgl. dienen zu Coëffüren des Hutes. Die Form der Damenhüte richtet sich noch mehr nach der Mode, als die der Männerhüte, u. wechselt meist jährlich, ja des Jahres mehrmals. Vgl. I. A. Nollet, Über die Hutmacherkunst, aus dem Französischen von Schreber, Lpz. 1767; I. K. Leuchs, Darstellung der neuesten Verbesserungen in der Hutmacherkunst, Nürnb. 1825; C. Pilzecker, Die Hutmacherkunst Weim. 1828; A. L. Matthey, Methode, Filz- u. Felbelhüte zu lackiren u. wasserdicht zu machen, Quedlinb. 1852; Journal für Mützenmacher u. Hutfabrikanten, Aachen 1844–46.

Die Griechen trugen einen H. od. eine Kappe von Filz (Pilos, war er kleiner Pilion, Pilidion) gewöhnlich auf Reisen od. bei gewissen Geschäften u. Gewerben, während sie sonst, auch beim Ausgehen, barhaupt gingen. Ähnlicher dem modernen H. war der Petasos (Thessalischer od. Macedonischer H.), mit breiter Krempe, zum Schutz gegen Sonne u. Regen, welchen gewöhnlich die Epheben mit der Chlamys trugen, aber auch Andere, z.B. im Theater. Die Römer trugen den H. (Pileus) aber auch bei Begehung heiliger Gebräuche, bei Schauspielen u. Festen; er war mehr eine Kappe, gewöhnlich rund, auch spitzig. Ein anderer H. war der Pannonische H., eine lederne, außen rauhe Mütze, welche die Soldaten in Pannonien statt des schweren Helms eingeführt hatten. Der H. war bei den Römern das Zeichen der Freiheit; darum erhielten Sklaven bei der Freilassung einen H. (vgl. Pileatus servus). Ebenso ließen Brutus u. Cassius nach Cäsars Ermordung Münzen schlagen, wo ein H. als Freiheitszeichen zwischen zwei Dolchen stand, u. viele Römer erschienen nach Neros Ermordung mit Hüten auf dem Kopfe, um ihre wieder erlangte Freiheit anzudeuten. Auch später galt der H. als Symbol der Freiheit, u. die Republiken, namentlich die Republik der vereinigten Niederlande nach ihrer Befreiung von spanischer Herrschaft, nahmen ihn als ihr Sinnbild an. Im Mittelalter kommen die ersten Hutmacher 1360 in Nürnberg, unter dem Namen Filzkappenmacher unter Karl IV. (1380–1422) in Frankreich u. 1401 in Würzburg vor. Der älteste Filzhut, welcher erweislich vorkommt, wurde von Karl VII. bei seinem Einzuge in Rouen im Jahre 1449 getragen, u. 1509 war es bereits ein altes Herkommen, daß der Rath von Worms dem von Frankfurt jährlich einen Biberhut durch eine Gesandtschaft überschickte, um dadurch Zollfreiheit zu erbitten. Auch Frauen trugen im Mittelalter Hüte, deren Form u. Stoff sehr verschieden war; bes. erwähnt werden die seidenen, sammtenen u. gestickten Hüte. Zur Zeit Heinrichs IV. (1589–1610) war der H. in Frankreich schon ganz gewöhnlich, u. dieser Fürst, sowie sein Hof u. seine Offiziere, trugen einen H. mit breiten Krempen u. auf einer Seite aufgeschlagen. Zu derselben Zeit waren in Deutschland, in der Schweiz u. in Holland hohe, oben spitzige Hüte mit breiter Krempe gewöhnlich. Unter Ludwig XIV. begann man die Hüte auch hinten aufzuschlagen u., der Symmetrie wegen, auf der anderen Seite ebenfalls hinauszubiegen, da man die eine Seite von Heinrichs IV. Zeit her schon in die Höhe gebogen hatte. So entstanden die dreieckigen Hüte, die bald mit längeren, bald mit kürzeren Krempen fast 100 Jahre lang Mode waren, daneben die Schifferhüte, mit breiter Krempe, welche an den Seiten[642] zweimal aufgeschlagen u. die von Schiffern, See- u. anderen Reisenden u. von Kaufleuten getragen wurden. Aus den dreieckigen Hüten entstanden die Chapeaubas (s.d.). Die Soldaten, durch welche eigentlich der dreieckige H. entstanden war, schmückten ihn mit Cocarden, besetzten ihn mit Agraffen, Treffen, Cordons u. Federbüschen, die Bürger steckten schwarze Cocarden u. Agraffen auf den H. Nur die Österreicher trugen blos vorn u. hinten aufgeklappte, an den Seiten entweder mit gar keiner od. doch nur mit einer sehr schmalen Krempe versehene Hüte, die Offiziere jedoch größtentheils auch dreieckige. Kurz vor der Französischen Revolution kamen zuerst in England, dann auch in Frankreich, die runden Hüte auf. Dennoch herrschten noch, bes. in Deutschland, die dreieckigen Hüte bis zu Ende des 18. Jahrhunderts vor u. erhielten sich in seinigen Gegenden auch noch als Nebelspalter od. Dreimaster, z.B. in der Pfalz u. in Sachsen. Zuvor kamen aber noch nach 1796 die dreieckigen Hüte mit ungeheuer großen Krempen auf, welche die französischen Elegants trugen u. welche Bonapartes od. Incroyables hießen. 1806 u. 1807 wurden in den meisten Armeen die dreieckigen Hüte durch die Czackos (s.d.) ersetzt, u. jetzt sind sie allenthalben verbannt u. beim Militär nur noch bei Offizieren außer Dienst, bei den Generalen u. ihrem Stab u. Nichtcombattanten gewöhnlich. Aber auch dieser H. ist eigentlich nicht mehr dreieckig gestutzt, sondern die Krempe der einen Seite läuft gerade neben dem Hutkopf weg, die andere gebogen um denselben. Dreieckige Hüte, deren Kopf zum Zusammenlegen eingerichtet ist u. deren Krempe sich biegen läßt (Klappenhüte, Patenthüte, Claques), werden nur vom Civil in Gala getragen. Geweihte Hüte, welche der Papst ehedem feierlich in der Christnacht weihte, waren violettseiden, mit Hermelin gefüttert u. mit einer goldenen Schnur u. Juwelen geschmückt, u. wurden an Fürsten u. Feldherren, die sich um den katholischen Glauben verdient machten, verschenkt. Die Veranlassung dazu ist das Traumgesicht des Judas Makkabäus im zweiten Buche der Makkabäer, Cap. 15. Den letzten erhielt General Daun 1758 nach der Schlacht von Hochkirch. Zu bemerken ist noch der grüne H., in welchem sonst Bankerottirer in Frankreich, u. der gelbe H., in dem sie in manchen Städten Deutschlands ausgestellt wurden u. den sie ferner ihr ganzes Leben lang tragen mußten; auch Juden mußten in Spanien gelbe Hüte tragen. In der Heraldik sind Hüte entweder Helmkleinodien, wo sie sich von den Mützen bald durch die breitere, bald durch die höhere Gestalt (Spitzhüte) unterscheiden, u. wo sie mannichfach gestaltet, gegipfelt u. befleckt erscheinen u. oft als Träger anderer Figuren benutzt werden, od. Standeszeichen. Zu letzteren gehören die breisen Hüte der geistlichen Würden (als Cardinals-Erz- u. Bischofs- u. Protonotarienhut), dann die anders geformten weltlicher Personen (als Erzherzoglicher H., Fürstenhut, Schweizerhut).----------------------------------------------------------------------------------------------------

cu Tomako

gabbro
05.12.2010, 17:36
das ist eine wunderbare Adventslektuere...danke,Tomako.

Filzlilie
18.03.2011, 19:53
Hallöchen an alle!
Zurück zur Frage von Elfenzauber! Braucht man zum Walken unbedingt einen teuren Hutblock oder gibt es andere Hilfsmittel???

cacane
18.03.2011, 19:58
ich erinnere mich das anne mal alle moeglichen schuesseln ausprobiert hat......:D
lg doris
sorry anne

Anne
18.03.2011, 20:51
Hallo,

ab Beitrag 32 in diesem Thema wird von Triluna, Tomako und mir eine mögliche Alternative entwickelt, die vermutlich besser als Schüsseln funktionieren dürfte.

:hallo: Anne

andora
19.03.2011, 10:02
Hallo Ihr,
Ich verrate euch meinen kleinen Trick, den ich seit Jahren verwende!
Ich stecke einen Fußball in einen(schweren) Kochtopf, messe den Kopfumfang ab, ergänze nötigenfalls mit Tüchern bis zur gewünschten Form und wickle das Ganze in Plastik.Funkt super zum Formen und sogar zum Dämpfen).:daumenhoch:
Für Perfektionisten noch eine andere Idee:
In dem Buch "Hut und Putz " wird eine Methode beschrieben, mit der ein Kopfabdruck(Strohhalm zum Atmen!) mit Gips ausgegossen wird, der dann lackiert wird(?) und als Hutkopf verwendet werden kann. Ganz schöner Aufwand! und man braucht ein vertrauensseliges Opfer!!:rolleyes:
Viel Spaß beim Ausprobieren!!
LG Andora

Filzlilie
19.03.2011, 10:57
Also, die Idee mit dem Fußball finde ich gut:supertop:. Danke andora!

Emilie
19.03.2011, 10:59
Danke für den Tip andora! Das ist echt eine gute Idee. Da Wäre ich echt nie drauf gekommen:D.

Hui - so ein Kopfabdruck wird bei mir wohl am Opfer scheitern:D

Susi
19.03.2011, 15:17
Die Idee mit Fußball und Kochtopf finde ich auch super!

Viele Grüße
von Susi

andora
19.03.2011, 15:42
Vielen Dank Susi für dein Danke!!:supertop:
LG Andora

Filzlilie
30.03.2011, 12:35
Hallöchen,
jetzt wollte ich mich auch an einen Hut trauen :rolleyes:.
Welche Wolle eignet sich denn am besten (vielleicht steht es schon irgendwo, ich habe es nur übersehen:o??), wie viel micron?
Der muss ja eine stabile Form haben, aber auch angenehm sein auf der Haut (Kopf).
LG
Filzlilie

Triluna
07.04.2011, 14:36
hallo Filzlilie,

ich nehm für Hüte und Mützen grundsätzlich extrafeine Merinowolle im Kammzug, die superfeine ist mir dann doch zu schade obewohl es bestimmt einen super Hut geben würde. Die Kammzugwolle läßt sich super fein auslegen und der Hut wird so besonders gleichmäßig und trotzdem dünn.

viele Grüße
Triluna

Frieder
26.10.2011, 21:48
Hallo Filzlilie,:)
für Mützen nehme ich i.d.R. extra feine Merinowolle im Vlies. Am liebsten arbeite ich mit zwei dünnen unterschiedlich farbigen Vlieslagen, die sich dann beim Walken farblich durchmischen. Die Faserrichtung bei den Mützen ignoriere ich. Wenn die "Mütze" ein gefalteter Hut ohne Krempe werden sollen nehme ich etwas mehr Wolle, damit er stabil genug wird.;)
Für Hüte mit Krempe (5-10cm) verwende ich eine Mischung aus feinen oder sehr feinen Kammzügen und extra feiner Merinowolle im Vlies. Hier achte ich sehr genau auf die unterschiedlichen Faserrichtungen. Ich lege i.d.R. ca. 5-6 sehr dünne Schichten (3-4x Kammzug und 2x Vlieswolle) mit unterschiedlicher Faserrichtung.
Mein Favorit für naturfarbene Hüte ist eine Mischung aus Alpaca-Kammzug und extra feiner Merinowolle im Vlies. Da die Alpacahaare gerne "haarig" abstehen rasiere ich die Hüte später und bügle sie damit sie einen traumhaften Glanz bekommen:daumenhoch:.
Die Stabilität ist enorm, wenn die Mischung aus Kammzügen und Vlieswolle in Verbindung mit unterschiedlichen Faserrichtungen verwendet wird. Ihr müsst euch die Kammzüge wie Rohre und die kurz faserige extra feine Merinowolle wie Sand vorstellen. - Die "Rohre" geben die Stabilität und der "Sand" gibt die hohe Dichte.:D

kuschelfilz
11.11.2011, 20:53
Hallo alle zusammen!:)

Darf ich hier meinen ersten Hut vorstellen. Ich habe ihn während eines Workshops bei Sigrid Bannier gefilzt. Bin ganz stolz drauf!

Der Hut war als doppelwanding gefilzt (die Schablone sah wie ein Ei aus), dann wurde die innere Teil ausgeschitten und daraus ein "Feder" gemacht. Innen habe ich noch Seide eingefilzt. Sieht zwar auser dem Besitzer keiner, sieht trotzdem schön aus:)
http://s017.radikal.ru/i408/1111/24/a0f1648b4c9dt.jpg (http://radikal.ru/F/s017.radikal.ru/i408/1111/24/a0f1648b4c9d.jpg.html)

http://s017.radikal.ru/i436/1111/38/f5513a61800dt.jpg (http://radikal.ru/F/s017.radikal.ru/i436/1111/38/f5513a61800d.jpg.html)

Marie
12.11.2011, 08:01
Wow, mein erster Hut war nur halb so schön wie deiner. Respekt :supertop:

Ganz liebe Grüße,
Marie

Susi
12.11.2011, 08:33
Sehr schön, Kseniya!!! Sehr elegant, ich bin sprachlos. Einfach super!!!

Ich habe gesehen, Sigrid Bannier wohnt nahe Kusel. So weit wäre das von mir gar nicht. Vielleicht traue ich mich 'mal.

Viele Grüß
von Susi

cacane
12.11.2011, 10:14
sehr sehr schoen geworden.
aus welcher wolle hast du den gefilzt?

kuschelfilz
12.11.2011, 14:15
sehr sehr schoen geworden.
aus welcher wolle hast du den gefilzt?

Danke für das Lob!

Ich habe Merinowolle 18 mk im Kammzug genommen von der Wollfabrik in Mönchengladbach.
Sigrid hat uns empfohlen den 18 mk Vlies von Filzrausch zu nemhen. Sie benutzt seit Jahren nur diese Wolle und ist sehr zufrieden damit (hat sie uns erzählt).

kuschelfilz
12.11.2011, 14:20
Sehr schön, Kseniya!!! Sehr elegant, ich bin sprachlos. Einfach super!!!

Ich habe gesehen, Sigrid Bannier wohnt nahe Kusel. So weit wäre das von mir gar nicht. Vielleicht traue ich mich 'mal.

Viele Grüß
von Susi

Danke, Susi!

Ic würde Dir nur empfeheln den Kurs zu besuchen! Sigrid ist eine sehr nette Person und gute Lehrerin. Alle Mädels von unserem Kurs waren glücklich mit ihren Hüten.


LG,
Kseniya

kuschelfilz
12.11.2011, 14:26
Wow, mein erster Hut war nur halb so schön wie deiner. Respekt :supertop:

Ganz liebe Grüße,
Marie


Danke , Marie!

Ich hatte einfach Glück mit gute Lehrerin gehabt!:o

cacane
12.11.2011, 18:15
hallo
hat wollfabrik 18 mic???

kuschelfilz
13.11.2011, 17:37
hallo
hat wollfabrik 18 mic???

Hallo Doris!

Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt, genau wie viele mic ist die Wolle. Ich habe sie für 18 mic damals gekauft. :kinnkratz:

LG,
Kseniya

gretel
13.11.2011, 18:17
Toll, Kseniya ! Wirklich schön geworden, sehr edel :daumenhoch:

Filzlilie
22.11.2011, 15:37
Hallo,
ich kaufe auch ab und zu bei Wollfabrik ein, nur die Wolle hat auf keinen Fall 18 mic.
Das feinste, dass ich hatte, war vielleicht 20-21mic.

Filzlilie
22.11.2011, 15:39
Und, Ksenja,der Hut ist SUPER!!!! Ich habe nur nicht ganz verstanden, wie diese Feder entstanden ist:rolleyes:
Liebe Grüße
von Filzlilie

andora
22.11.2011, 18:56
Hallo, ich hab mal für meine Hüte Wolle bei Traub gekauft.Lieferzeit (bis auch die letzte Teillieferung endlich nach vielen ,vielen Umwegen ,falschen Rechnungen, fehlerhaft eingepackten Lieferungen, falschen Lieferadessen,vergessenen Nachlieferungen,etc.) min. 4 Monate(!!!)
Es scheint, dass der Familienbetrieb Schwierigkeiten mit der modernen Technik hat!(Computerkenntnisse wären schon hilfreich!!)
LG Andora

Susi
26.06.2012, 12:32
Irgendwann fahre ich zu Sigrid Bannier nach Kusel.

Hier habe ich eine sehr inspirierende Hutseite gefunden. Ich liebe ja "ausgeflippte" Hüte:
http://www.bridporthatfest.org/photographs/


Viele Grüße
von Susi

nora
26.06.2012, 14:45
Hallo Susi!
Die sind ja wirklich abgefahren. Echt super, danke für den Link
GLG, Nora

Geli
28.06.2012, 08:38
Toll, Kseniya,
dein Hut ist wirklich sehr schön geworden und sieht sehr edel aus. :supertop: